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Gemeinderat, 37. Sitzung vom 25.04.2023, Wörtliches Protokoll  -  Seite 9 von 103

 

nicht notwendig, sondern es geht eher darum, ein bisschen Ruhe zu finden, ein bisschen runterzukommen und gleichzeitig hochprofessionelle Betreuung zu haben. Daher transformieren wir gerade einen Teil unserer stationären Pflegeeinrichtungen im WIGEV, die eine Krankenanstaltengenehmigung und auch die technische Ausstattung haben, die man für Notfälle und Ähnliches braucht, sozusagen zu „intermediate“ Stationen.

 

Ich glaube, dass wir tatsächlich im gesamten medizinischen Umgang mit Pflegeeinrichtungen eine gute Weiterentwicklung brauchen könnten. Wie Sie wissen, kämpfen wir seit vielen Jahren darum, eine ordentliche ärztliche Versorgung durch entsprechende Kassenverträge für die Pflegeheime zu bekommen. Leider haben wir diesbezüglich bis jetzt quasi auf ziemlich viel Granit gebissen. Man kann das also nicht in den Pflegeheimen allein entwickeln, und daher können wir dieses Modell, so wie Sie es nennen - ich glaube, ich habe davon eh schon gehört - in dieser Form nicht umsetzen. Wir setzen das dafür anders um, indem wir sagen: Wir wandeln bestimmte Abteilungen in Pflegeheimen wirklich zu Spitälern um und behandeln dort die Patienten wie in einer ganz normalen Spitalsabteilung, und zwar auch in der Abrechnung und Verrechnung.

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Danke schön. Die 2. Zusatzfrage wird gestellt von Frau GRin Mag. Huemer. Bitte, Frau Gemeinderätin.

 

9.38.55

GRin Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Einen schönen guten Morgen, Herr Gesundheitsstadtrat.

 

Sie haben das Thema der Sitzwache angesprochen. Dazu möchte ich erwähnen, dass ich im Februar eine mündliche Anfrage eingebracht habe, die zeitlich sozusagen nicht angenommen werden konnte und dann schriftlich beantwortet wurde. In dieser schriftlichen Beantwortung steht, dass die Sitzwache europaweit ausgeschrieben werden wird und dass der WIGEV das Programm 2023 auf den gesamten WIGEV-Bereich ausweiten möchte, was Sie gerade auch bestätigt haben. Interessant ist auch, dass darauf hingewiesen wird, dass man im Februar/März die Rahmenvereinbarungen dieser europaweiten Ausschreibung definiert hat.

 

Das Thema demenzielle Erkrankungen ist nicht nur ein sehr differenziert zu betrachtendes und quantitativ steigendes, sondern auch ein für das Personal sehr forderndes. Im Hinblick darauf würde mich interessieren, inwiefern Qualifikationsanforderungen an die Sitzwache beziehungsweise das Personal in Bezug auf demenzielle Erkrankungen in dieser Ausschreibung Platz greifen oder ob das jeder Mensch - unter dem Aspekt: Hauptsache, er sitzt dort in der Nacht - machen kann. Haben Sie Informationen, wie die Sitzwache in Bezug auf Qualifikation für demenzielle Erkrankungen ausgebildet werden soll?

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Bitte, Herr Stadtrat.

 

Amtsf. StR Peter Hacker: Ich kenne diesen Ausschreibungstext, ganz offen und ehrlich gesagt, nicht im Detail. Es gibt natürlich schwerpunktmäßig keine Festlegung auf eine Berufsgruppe. Trotzdem kann das nicht jeder machen. Man muss sehr wohl bereit sein, sich darauf einzulassen, eine Nacht lang neben einem dementen Patienten zu sitzen. Dabei geht es darum, aufmerksam zu sein, präsent zu sein, dem Patienten oder der Patientin Empathie vermitteln zu können. Pflegerische Handlungen oder erst recht medizinische Handlungen werden von diesem Personal nicht gefordert sein, sondern da geht es einfach, wenn nötig, um eine Alarmierung der jeweiligen Pflegeperson oder des ärztlichen Mitarbeiters, die Nachtdienst machen. Es ist also keine Spezialbehandlungsqualifikation, es gibt aber natürlich Eckpunkte, die in diesem Zusammenhang zweifelsohne berücksichtigt werden. Ich gebe aber zu: Ich kenne den Text nicht im Detail.

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Danke schön. Die 3. und letzte Zusatzfrage wird gestellt von Frau GRin Korosec. Bitte, Frau Gemeinderätin.

 

9.41.30

GRin Ingrid Korosec (ÖVP): Guten Morgen, Herr Stadtrat!

 

Herzlichen Dank für die sehr ausführliche Beantwortung, und ich freue mich sehr. Meine Frage wäre an sich gewesen, ob Sie die Sitzwache, also das Pilotprojekt, das derzeit im AKH läuft, auf die anderen Spitäler ausweiten werden. Sie haben das schon beantwortet. Ich werde mich jetzt also auch damit beschäftigen, wie das in anderen Spitälern unter Umständen mit Ehrenamtlichen läuft. Ich verweise darauf, dass das Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien für das Projekt „Ehrenamtliche Demenzbegleitung im Akutkrankenhaus“ den Förderpreis für „Menschenrechte und Ethik in der Medizin für Ältere“ durch die Josef und Luise Kraft-Stiftung den Förderpreis für Menschenrechte bekommen hat.

 

Es ist eben für Menschen mit Demenz, wenn sie ins Spital kommen, natürlich eine unglaubliche Umstellung. Und da ist es sehr gut angekommen, dass es im Barmherzige Schwestern Krankenhaus Wien eine ehrenamtliche Begleitung gibt, also nicht eine Sitzwache, sondern einfach eine ehrenamtliche Betreuung, in deren Rahmen geplaudert oder vielleicht ein bisschen gespielt wird. - Daher meine Frage: Können Sie sich vorstellen, dass man sich eine solche ehrenamtliche Betreuung überlegen könnte. Und wenn Sie das in Betracht ziehen: Ab wann könnte das möglich sein?

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Bitte, Herr Stadtrat.

 

Amtsf. StR Peter Hacker: Grundsätzlich ist das natürlich vorstellbar. Man muss gleichzeitig aber auch sehen, dass es für die Organisation im Akutspitalsbetrieb natürlich auch eine besondere Herausforderung ist, dann auch noch Ehrenamtliche einzuteilen. Ich wiederhole noch einmal die Zahlen von vorher: Wir haben 500.000 Behandlungstage im AKH. Wenn man das durch 365 dividiert, dann kommt man auf den Tagesschnitt. Und wenn sich dann auch noch Ehrenamtliche - die die Patienten nicht kennen, denn das wäre ja Teil des Konzeptes - bereit erklären, demente Patienten zu begleiten, dann ist das natürlich eine zusätzliche Herausforderung für die Mitarbeiter im Spital, auch das zu organisieren,

 

Ich halte ganz viel von ehrenamtlicher Tätigkeit, das wissen Sie auch. Ich kann mir das exzellent vorstellen. Das findet ja auch statt im gesamten Bereich der Pflege, sowohl im mobilen Bereich wie auch im teilstationären und stationären Bereich der Pflege. Dort gibt es auch Zeit, das vorzubereiten. Und man kann dann auch nachschauen,

 

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