Gemeinderat,
39. Sitzung vom 25.11.2008, Wörtliches Protokoll - Seite 61 von 106
ausständig. Auch in diesem Bereich möchte ich einen
Antrag einbringen, das sind ein Schulentwicklungsplan auch im Hinblick auf die
Frage, wo es Campusmodelle geben soll und wo es Standorte gibt, die den Eltern
eine entsprechende Wahlfreiheit bieten. Leider Gottes wurde das von Ihnen noch
nicht erledigt! Hoffentlich nützen Sie das konstruktive Klima, das man hier in
den letzten Tagen erkennen kann, auch dazu, mit uns gemeinsam einen
Schulentwicklungsplan auszuarbeiten! – In
formeller Hinsicht verlangen wir ebenfalls die sofortige Abstimmung. (Beifall
bei der ÖVP.)
Ich möchte auch noch ein weiteres Thema ansprechen,
nämlich den effizienten Einsatz öffentlicher Gelder und eine entsprechende
begleitende Kontrolle. Wir haben eine Kontrollamtsprüfung betreffend die
Evaluation der außerschulischen Wiener Jugendarbeit beantragt. Auch das ist ein
Dauerbrenner.
Meine Damen und Herren! Externes Evaluieren ist heute
State of the Art in allen Bereichen. Jeder von uns muss sich in den
verschiedensten Bereichen, in denen er tätig ist, von außen evaluieren lassen.
Daher verstehe ich nicht, warum das gerade in diesem Bereich ein so großes
Problem ist! Ich selbst bin durchaus der Meinung, dass es in diesem Bereich
auch sehr viel Gutes gibt, deshalb sollte es doch kein Problem sein, hier eine
entsprechende Evaluierung durchzuführen! Man könnte sich aber natürlich auch
die Frage stellen, ob man mit Strukturen, die doch schon einige Jährchen
beziehungsweise Jahrzehnte auf dem Buckel haben, die Herausforderungen der
Zukunft bestreiten kann. Auf Basis einer Evaluation wären also auch die
Strukturen zu hinterfragen.
Ich glaube schon, dass es bei einem Budget von weit
über 20 Millionen EUR Möglichkeiten geben muss, eventuell doch den
einen oder anderen Schulpsychologen zu beschäftigen. Auch das ist wichtig.
Daher bringen wir abermals für den Fall, dass die Kontrollamtsprüfung nicht
kommt, den Antrag auf umfassende Evaluation der außerschulischen Wiener
Jugendarbeit ein. (Beifall bei der ÖVP.)
Meine Damen und Herren! Der Respekt auch vor uns als
Budgetgesetzgeber gebietet, dass der Budgetvollzug den Ansätzen entspricht und
dass bei Großaufträgen entsprechende Ausschreibungen stattfinden. Ich
persönlich verstehe nicht, warum man sich vor Ausschreibungen so fürchtet! Es
nimmt doch dem vergebenden Organ auch sehr viel Verantwortung ab, wenn
ausgeschrieben wird. Wenn jemand einen Wettbewerb gewinnt, hat man nicht die
Verantwortung zu tragen, wenn etwas schief geht, weil man sich dann auf die
Ausschreibung berufen kann. Ich verstehe daher nicht, warum das immer wieder
nicht geschieht, und ich verstehe auch nicht, warum oft kurzfristig
Millionenbeträge freigegeben werden, für die es dann keine entsprechenden
Abrechnungen gibt. Es ist unverständlich, warum in diesem Zusammenhang viele Dinge, die man uns vorher versprochen hat, nachher
nicht eingehalten werden!
Meine Damen und Herren! Dabei geht es einfach um die
Frage, wie man mit dem Budgetgesetzgeber umgeht, und ich meine, diesbezüglich
gibt es von Seiten der Mehrheit doch den einen oder anderen
Verbesserungsbedarf. Eine Skandalisierung bringt nämlich niemandem etwas,
sondern es fällt letztlich nur schlechtes Licht auf uns alle. Daher sollte man sich
meines Erachtens, wenn man professionell an die Dinge herangeht, nicht diese
Blöße geben! Ich persönlich verstehe oft gar nicht, warum man sich immer wieder
in solche Situationen bringt! – Im
Hinblick darauf bin ich auch sehr gespannt, was die Kontrollamtsprüfung bezüglich
Gebarung bei den Fan-Zonen bringen wird!
Sie werden Verständnis dafür haben, dass wir auch auf
Grund der schlechten Erfahrungen, die wir beim Budgetvollzug hinsichtlich
Budgetwahrheit und -klarheit gemacht haben, dem Budget nicht zustimmen werden. (Beifall
bei der ÖVP.)
Es ist mir jetzt noch ein Antrag übrig geblieben.
Gestatten Sie mir, dass ich am Schluss meiner Rede noch einmal an den Anfang
komme. Ich bringe hinsichtlich schulische Wahlfreiheit im Volksschulbereich
jetzt noch einen Antrag betreffend die Überarbeitung des Campusmodells im
Hinblick darauf, dass die Wahlfreiheit der Eltern in Bezug auf die
Nachmittagsbetreuung von der Bauweise her gewährleistet ist, ein. – Auch diesbezüglich beantragen wir
die sofortige Abstimmung.
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei
der ÖVP.)
Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Das Wort hat Herr GR
Vettermann.
GR Heinz Vettermann (Sozialdemokratische
Fraktion des Wiener Landtages und Gemeinderates): Herr Vorsitzender! Frau Vizebürgermeisterin!
Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Ich nehme kurz zu den Ausführungen meiner Vorredner
Stellung und werde dann auch einige hier angesprochene Themen behandeln.
Kollege Gudenus! Zu Ihrem Vorschlag betreffend
Deutsch in der Pause muss ich sagen: Erstens wäre es gegen die Schulautonomie,
das zentral zu bestimmen. Zweitens ist das, wie ich meine, nicht im Sinne der
Kinder. Es ist allerdings heute schon theoretisch möglich, dass der
Schulgemeinschaftsausschuss eine entsprechende Vereinbarung trifft. Für den
Fall, dass die Kinder und die Jugendlichen dabei sind, soll es so sein!
Dass Sie Enzenhofer diesbezüglich in besonderer Weise
als Vorbild betrachten, stimmt mich deshalb ein bisschen nachdenklich, weil
dieser ja in besonderer Weise für kuriose Vorschläge bekannt war! Zuerst wollte
er eine Art Strafzahlung für Kondome einführen, dann hat er für ein Küssverbot
plädiert, worüber gegenwärtig diskutiert wird.
Die Schüler der AHS zeigen seitdem öffentlich, dass
sie sich ohnedies nicht vom Küssen abhalten lassen, und ich glaube auch, dass
es die richtige Antwort ist, dass das die Schülerinnen und Schüler selbst
entscheiden sollten. Sie haben da aber anscheinend einen merkwürdigen
Weggefährten gefunden, und Ihnen taugt das, weil da insgesamt ein gewisser
autoritärer Zug weht!
Zu Kollegin Jerusalem: Sie haben
zur Schulsozialarbeit Anträge eingebracht. Derjenige, der die Brigittenau
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