Masterplan Urbane Logistik Startseite wien.gv.at
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5.3 Handlungsfeld C - Awareness-Bildung und Einbindung der Stakeholder*Innen

5. Umsetzungsmaßnahmen des Masterplan Urbane Logistik

Die Aufmerksamkeit der breiten Öffentlichkeit für die Logistikbranche ist in den letzten Jahren merklich angestiegen. Insbesondere das rasante Wachstum des Online-Handels und die durch geopolitische Ereignisse gestiegenen Herausforderungen im Zusammenhang mit Lieferketten haben Logistikprozesse in den Fokus gerückt. Dieses Interesse gilt es aufzugreifen, um das Bewusstsein und Verständnis für die Herausforderungen der Logistik, insbesondere im städtischen Raum, in der breiten Bevölkerung zu erhöhen. Dies wird nur durch ein gutes Zusammenwirken von Ländern, Interessensvertretungen und Unternehmen in der Stadtregion gelingen, welche unter anderem durch eine neue Logistikkoordination in der Stadt Wien maßgeblich unterstützt wird.

Ein LKW fährt auf der Mariahilferstraße auf den Betrachter zu. Im Gegenverkehr ist eine Person mit dem Rad unterwegs.

© Stadt Wien/Christian Fürthner

Hebel C1 – Strategisches Logistikmanagement durch die Stadt Wien

Worum geht’s? Um die vielfältigen Bestrebungen und Vorhaben zur Urbanen Logistik in Wien zielgerichtet voranzutreiben, soll eine Koordinationsrolle innerhalb der Stadt Wien etabliert und in enger Kooperation mit den Wiener Stadtwerken ausgeführt werden.

So geht’s! Die Koordinationsrolle soll die Logistikthemen der Stadt bündeln, parallele Projekte koordinieren und aktuelle Entwicklungen innerhalb der Stadt und ihrer Unternehmen kommunizieren. Kern dieser Aufgabe wird die Umsetzung des Masterplans Urbane Logistik darstellen. Hauptziel ist es, den internen und externen Wissensaustausch zu fördern, Kontaktpunkte und Schnittstellen zu optimieren und die Herausforderungen der urbanen Logistik in der Stadtregion Wien effizienter und effektiver zu bewältigen.

Die Koordinationsrolle wird strategisch in der Magistratsabteilung 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung und operativ bei der Wiener Stadtwerke GmbH verortet. Im Sinne der verwaltungsinternen Koordination und Unterstützung bündelt und stärkt die Rolle das Logistik-Know-How innerhalb der Stadt- und Landesverwaltung und stärkt die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft sowie auch dem Land Niederösterreich, um weiterhin eine effiziente Umsetzung von Maßnahmen aus der Initiative „Nachhaltige Logistik 2030+“ zu garantieren.

Wichtige Aspekte zur Koordinationsstelle:

  • Am neuesten Stand des Wissens: Es findet ein regelmäßiger, internationaler Austausch mit anderen Städten und Ländern zu innovativen Logistiklösungen und Best Practices statt. Die Übertragbarkeit auf Wien wird geprüft.
  • Festigung von Planungsprinzipien: Die Koordinationsstelle setzt sich für die konsequente Anwendung von Planungsprinzipien der Stadt Wien in Bezug auf Logistik ein, um Wirtschafts- und Güterverkehre sicher, sozial- und raumverträglich sowie umwelt- und klimaschonend zu gestalten.

Hebel C2 - Berücksichtigung des Wirtschaftsverkehrs und der Logistik In der Mobilitätsplanung

Worum geht’s? Das anhaltende Bevölkerungswachstum Wiens und v.a. der daraus abzuleitende Wohnraumbedarf machen die Weiterentwicklung bestehender und Schaffung neuer Stadtteile zu einer kontinuierlichen Aufgabe. Um dabei den zunehmenden Herausforderungen durch den steigenden Druck auf den öffentlichen Raum – auch angesichts des Anspruchs verstärkter Verkehrsberuhigung und Begrünung – bei gleichzeitig wachsenden logistischen Anforderungen auf der letzten Meile gerecht zu werden, muss auch die Logistik in der Mobilitätsplanung frühzeitig und umfassend berücksichtigt werden.

So geht’s! Die Stadt Wien plant für Gebiete mit besonderen Herausforderungen im Bereich des Wirtschaftsverkehrs bzw. der Logistik die Entwicklung räumlich abgegrenzter

Wirtschaftsverkehrskonzepte, die in enger Abstimmung mit den Bezirken gegebenenfalls auch bezirksübergreifend umgesetzt werden. Dabei sollen lokale Akteur*innen einbezogen und auf die jeweiligen lokalen Gegebenheiten und Möglichkeiten vor Ort eingegangen werden. Ziel dieser Bezirklogistikkonzepte ist es auch im Kontext der Ausweitung der ZEZ, individuelle Lösungen für die Logistikanforderungen von Stadtteilen zu schaffen, Güterströme auf der letzten Meile effizienter zu gestalten und nachhaltige Logistikmaßnahmen auf Grätzlebene zu fördern.

Im „Wegweiser Quartierslogistik in Stadtentwicklungsgebieten“ der Stadt Wien werden Lösungsbausteine für die Integration von Logistikfragen in Stadtentwicklungsprojekte aufgezeigt. Ein zentrales Ziel ist es, Quartiere mit hoher Lebensqualität zu schaffen, indem frühzeitig größtmögliche Spielräume für eine hochwertige und klimafitte Gestaltung des öffentlichen Raums ermöglicht werden. Gleichzeitig muss die Versorgung des Quartiers in der gewohnt hohen Qualität sichergestellt bleiben. Die frühzeitige Berücksichtigung und Integration von City-Logistik-Ansätzen sind hierbei entscheidend, um einen effizienten, nachhaltigen und innovativen Zugang zur Logistik zu gewährleisten. Dies bringt ökonomische und ökologische Vorteile, indem Emissionen und Kosten gesenkt, die Verkehrssicherheit erhöht und trotzdem die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Wien gestärkt werden kann. Die Logistik wird deshalb bei der Planung und Umsetzung von Entwicklungsprojekten im Einklang mit anderen Mobilitätsanforderungen berücksichtigt. Das Ziel ist es in Mobilitätskonzepten die bestmögliche Gestaltung des öffentlichen Raums für die Bewohner*innen zu gewährleisten und gleichzeitig eine ausgewogene Balance zwischen den wirtschaftlichen Interessen der Logistik und einer stadtverträglichen, nachhaltigen City-Logistik zu erreichen.

In Mobilitätskonzepten für Neubau- und Bestandsstadt-Stadtentwicklungsprojekte werden daher zukünftig verpflichtend Aussagen zur Logistik integriert. Dies umfasst zum Beispiel die Planung von Ladehöfen, strategisch günstige Positionierung von Ladezonen, detaillierte Anlieferungskonzepte und die vorausschauende Platzierung von White Label Smart Lockern, um eine effiziente – auch quartiers-übergreifende - Versorgung sicherzustellen und reibungslose Bedingungen für eine stadtverträgliche Logistik zu schaffen. Auch regulative Maßnahmen müssen essenzieller Bestandteil des erforderlichen Mobilitätskonzepts sein, zu denen zum Beispiel Zufahrtsverbote für schwere LKWs oder die Einführung von Lieferslots zur Entzerrung der Lieferzeiten gehören können.

Am Stephansplatz in Wien wird ein Lastwagen entleert. Über den Platz gehen verschiedene Menschen, zwei Personen im Vordergrund haben einen Koffer.

© Stadt Wien/Christian Fürthner

Wichtige Aspekte:

  • Bezirkslogistikkonzept 1. Bezirk: Als Leuchtturmprojekt für die neuen Logistikkonzepte wird im 1. Bezirk ein erstes Bezirkslogistikkonzept erstellt, das gleichzeitig als Grundlage für die Einführung der Zero-Emission-Zone dienen soll (siehe A1).
  • Baufeldübergreifende Planung: Logistische Angebote und Infrastrukturen sollen baufeldübergreifend geplant und umgesetzt werden, wo dies einen Mehrwert bietet. Logistikmanagement: Frühzeitige Festlegung operativer Verantwortlichkeiten und klar definierter Zuständigkeiten zur Steuerung und Sicherstellung logistischer Abläufe im Quartier.
  • Partizipativer Planungsprozess: Relevante Interessengruppen aus dem Bereich Wirtschaftsverkehr und Logistik werden während des gesamten Planungsprozesses einbezogen, um eine erfolgreiche Umsetzung zu gewährleisten.
  • Bündelung von Know-How: Die Einbindung der Koordinationsrolle fungiert in Zusammenarbeit mit der MA 21 als Wissensreservoir und Schnittstelle für neue Projekte, gewährleistet eine fundierte Planung und ermöglicht dynamische Anpassungen an aktuelle Entwicklungen.

Hebel C3 – Stärkung der Vorreiterrolle der Stadt Wien

Worum geht's? „Wir gehen voran“, es gibt bereits zahlreiche Initiativen, welche den Schritt zu einem nachhaltigeren Mobilitätsansatz bereits erfolgreich umgesetzt haben. Zu den wichtigsten Bemühungen zählen hierfür in der Stadt Wien:

  • Plattform Logistik 2030+: Die Wiener Logistik endet nicht an der Stadtgrenze, sondern ist Teil von Lieferketten in der Stadtregion und darüber hinaus. Niederösterreich und Wien sind wachstumsstarke Regionen, die vor großen demografischen, wirtschaftlichen und ökologischen Herausforderungen stehen und insbesondere in der Logistik zum Tragen kommen werden. Bis 2030 wird ein Bevölkerungswachstum auf 2,1 Millionen Einwohner*innen in Wien und 3 Millionen in der Region erwartet, was vor allem in Niederösterreich zu einem Anstieg des Straßengüterverkehrs um 23 % führen wird. Technologische Entwicklungen, Änderungen in der Flottenstruktur, neue Regulierungen und die Verlagerung von Logistikflächen an den Stadtrand oder ins Umland verändern die Logistik grundlegend und müssen über Bundeslandgrenzen hinaus koordiniert werden. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, wurde das Kooperationsprojekt „Nachhaltige Logistik 2030+ Niederösterreich-Wien“ zwischen den Wirtschaftskammern Niederösterreich und Wien sowie den Ländern Niederösterreich und Wien ins Leben gerufen, um die Logistik in der Region zu optimieren. Im Oktober 2019 wurde ein Aktionsplan mit 35 Maßnahmen und 133 Aktionen in acht Themenclustern beschlossen. Dieser Plan wird regelmäßig evaluiert, um eine schnelle und praxisnahe Umsetzung der Maßnahmen in der Stadtregion zu gewährleisten. Logistik 2030+ hat maßgeblich zum wirtschaftlichen Wachstum in der Region beigetragen. Auf Basis der erfolgreichen Zusammenarbeit der vergangenen Jahre wird das Projekt um mindestens 5 weitere Jahre bis 2029 verlängert.
  • Logistikmanagement der Magistratsabteilung 54: Die MA 54 - Zentraler Einkauf und Logistik der Stadt Wien ist durch effiziente Beschaffungsmaßnahmen, nachhaltige Abwicklungsprozesse und integrierte Logistiklösungen ein Vorbild für eine umwelt- und ressourcenschonende (City-)Logistik. Als interne Dienstleisterin unterstützt die MA 54 die städtischen Dienststellen sowie in Teilbereichen die WIGEV bei der raschen und effizienten Beschaffung, dem Transport, der Lagerung von Produkten sowie bei der Vergabe von Aufträgen gemäß dem Bundesvergabegesetz. Die MA 54 mit ihren 125 Mitarbeiter*innen übernimmt dabei zentralisiert die logistische Abwicklung und Lagerung der beschafften Güter der Stadt Wien. Das eigene Logistik-Center im 21. Bezirk, mit über 5.000 m²-Lagerfläche, und abteilungseigene Werkstätten im Sinne der Kreislaufwirtschaft gewährleisten eine effiziente und bedarfsgerechte Verteilung städtischer Bedarfsgüter im gesamten Stadtgebiet. Dieser zentralisierte Ansatz minimiert Transportwege und -zeiten, reduziert Kosten und verringert den ökologischen Fußabdruck der Stadt Wien. Die MA 54 trägt so maßgeblich zur nachhaltigen und effizienten Versorgung der städtischen Dienststellen bei und unterstützt die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit Wiens. Ein neues, erweitertes und noch weiter zentralisiertes Logistikzentrum soll die MA 54 in den kommenden Jahren bei ihren Bemühungen noch besser unterstützen.
  • Zero-Emission Transport der WKW: Im 1. und 2. Bezirk: über 40 Unternehmen, darunter namhafte Akteure wie die Österreichische Post AG, haben sich im Zuge eines Pilotprojekts auf Initiative der Wirtschaftskammer Wien dazu bereiterklärt, ab 2024 für eine dreijährige Pilotphase im 1. und 2.Bezirk nur noch mit lokal emissionsfreien Fahrzeugen einzufahren und damit ihren unmittelbaren Beitrag zur Dekarbonisierung von Wien und folglich zum generellen Umweltschutz zu leisten. Die Erkenntnisse des Projektes werden von der Fachhochschule des BFI Wien evaluiert und sollen maßgeblich in die Umsetzung einer verstetigten ZEZ in Wien einfließen.
  • “SEK Mitte 15”: Das Stadtentwicklungskonzept „Mitte 15“ im gleichnamigen Bezirk bietet zukünftig durch flexible Nutzungsmöglichkeiten Potenziale für diverse betriebliche und logistische Infrastrukturen entlang der Felberstraße. Anforderungen an eine städtische Logistik wurden im Zuge des SEK von Anfang an im Projekt berücksichtigt und sollen zukünftig als sog. “Role-Model” für weitere Projekte dienen. Eine Anwendung des Wegweisers Quartierslogistik, die Definition der Kriterien für eine einwandfreie Zu-/Anlieferung sowie die Möglichmachung von Logistik-Nutzungen (z.B. Mikro-Hubs, Ladehöfe, aber auch Flächen für Büro und Verwaltung) waren grundlegend für den Planungsprozess.
  • Projekt FAMOUS (Freight Access Model for Optimizing Urban Space): Um Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung und alternativen Logistikkonzepten wie ZEZ oder Mikro-Hubs in Wien zu untersuchen, entwickelt ITS Vienna Region, die BOKU sowie die FH Wiener Neustadt im Rahmen des Forschungsprojektes ein Maßnahmen-Simulationsmodell. Das Projekt zielt darauf ab, fundierte Entscheidungsgrundlagen für ein effizienteres Güterverkehrsmanagement bereitzustellen. Budget: 460.000€, Laufzeit: 3 Jahre ab 2025, Partner: Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) GmbH / ITS Vienna Region, Universität für Bodenkultur / Institut für Produktionswirtschaft und Logistik, h2 projekt.beratung KG, FH Wiener Neustadt / Institut für Industrial Engineering & Management, Städte Wien und Wiener Neustadt; gefördert im Rahmen des FTI-Schwerpunkts Mobilitätswende durch das Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) welches von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) abgewickelt wird.
  • Thinkport Vienna – Innovationshub für urbane Logistik: Thinkport Vienna ist eine innovative Plattform, die im Jahr 2017 als Kooperationsprojekt der Hafen Wien und der Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) ins Leben gerufen wurde. Ziel des Thinkports ist es neue, nachhaltige und innovative Logistiklösungen für den urbanen Raum zu entwickeln und zu erproben. Der Fokus liegt dabei auf der Schaffung von Synergien zwischen Stadtplanung, Mobilität und der Logistikbranche, um die Herausforderungen der Urbanisierung und des steigenden Güterverkehrs in Wien zu bewältigen. Die Hauptziele und Ansätze von Thinkport Vienna konzentrieren sich auf die Förderung nachhaltiger City-Logistik durch emissionsarme und ressourcenschonende Logistiklösungen, die den urbanen Raum entlasten. Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Initiierung innovativer Pilotprojekte, die alternative Lieferkonzepte wie E-Lastenräder und autonome Lieferroboter testen und bewerten. Thinkport Vienna agiert als Kooperationsplattform, die den Austausch von Wissen zwischen Stadt, Wirtschaft und Forschung fördert. Zudem fungiert es als „Living Lab“, in dem neue Logistikkonzepte in realen Umgebungen erprobt und optimiert werden, um praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Der Thinkport Vienna ist ein Vorzeigebeispiel dafür, wie durch Kooperation und Innovation Lösungen für die Herausforderungen der urbanen Logistik entwickelt werden können, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll sind.
  • Grätzl-Ladezone: Ladezonen stellen einen zentralen Bestandteil zur Abwicklung des innerstädtischen Wirtschaftsverkehrs dar. Sie sind in der Regel auf die individuellen Bedürfnisse der umliegenden einzelnen Betriebe zugeschnitten. Gleichzeitig besteht oftmals der Bedarf an Flächenangeboten zum kurzzeitigen Abstellen von Fahrzeugen für Zustell- und Lieferzwecke. Grätzl-Ladezonen, wie beispielsweise in der Josefstädter Straße oder Alser Straße in der Josefstadt zu finden, sollen diesen Herausforderungen Rechnung tragen. Die Grätzl-Ladezonen können von Betrieben als auch von Privaten genutzt werden und sind Bereiche in Parkspuren, in denen für Ladezwecke kurzzeitig im ausgewiesenen Parkverbot gehalten werden darf. Der Ladezonenrechner der Wirtschaftskammer Wien und der TU Wien ermöglicht das Identifizieren des bestehenden Bedarfs an zusätzlichen Zonen ohne spezifischen Antragsteller. Eine Überprüfung auf Basis des „Ladezonen-Rechners“ durch die Wirtschaftskammer Wien kann durch die MA 46 - Verkehrsorganisation und technische Verkehrsangelegenheiten, die MA 28 - Straßenverwaltung und Straßenbau und durch die Bezirksvorstehung, oder im Anlassfall mit entsprechendem Projektbezug ebenfalls durch die MA 18 - Stadtentwicklung und Stadtplanung oder MA 21 - Stadtteilplanung und Flächenwidmung beauftragt werden
  • Wegweiser Quartierslogistik: Mit dem Wegweiser „Quartierslogistik in Stadtentwicklungsgebieten“ etabliert Wien ein vorausschauendes Planungsinstrument für nachhaltige Logistiklösungen in neuen Quartieren, dass unter Federführung der MA21 - Stadtteilplanung und Flächenwidmung und MA18 - Stadtentwicklung und Stadtplanung entstanden ist. Durch eine frühzeitige Integration und Berücksichtigung von Logistikinfrastrukturen wie Mikro-Hubs, Ladehöfen und White-Label-Paketboxen wird eine emissionsarme, stadtverträgliche Versorgung schon im Planungsprozess sichergestellt und dient sowohl privaten Akteuren als auch den Dienststellen der Stadt Wien als Rahmen für eine zukunftsfitte Logistikplanung. Die Maßnahmen werden dabei systematisch mit der Stadtteil- und Verkehrsplanung verknüpft und berücksichtigen sowohl gewerbliche als auch private Lieferbedarfe. Beispiele wie die Grätzl-Ladezone oder logistische Nutzung von Sammelgaragen zeigen modellhaft, wie multifunktionale Flächen Synergien schaffen können. Der Fokus des Wegweiser liegt auf einer integrativer Planung, innovativen Mobilitätsangeboten sowie flexiblen Betreibermodellen mit hohem Nutzen für Quartier und Umwelt.
  • CO2-neutrale Baustelle: Die Firma PORR starteten im März 2025 einen Pilotversuch zur CO2-neutralen Baustelle. Auf einer Länge von insgesamt ca. 400 m verlegt die PORR am Waldweg und in der Alpengartenstraße bis bis August 2025 im Auftrag der Stadt die Leitungen der bestehenden Wasserversorgung neu. Genutzt werden ausschließlich elektrisch angetriebene Baugeräten, wie etwa ein Bagger, eine Tandem-Vibrationswalze, ein Asphaltfertiger sowie fünf E-Fahrzeuge. So wird nicht nur weniger CO2 ausgestoßen, sondern auch die Lärmbelastung für die Anrainer*innen gemindert. Die auf der Baustelle im Einsatz befindlichen Container werden mit Öko-Strom versorgt. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden von der Technischen Universität Wien im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien erfasst. Sie fließen in die Forschung rund um die CO2-neutrale Baustelle ein.

Wie die Vielzahl der bereits laufenden Projekte zeigt, setzt die Stadt Wien bereits erfolgreiche Maßnahmen zur Optimierung der Logistikprozesse um und baut diese zukünftig im Rahmen der Initiative „Wir gehen voran“ weiter aus. Mit dem Ziel, die Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen, liegt ein besonderer Fokus auf der Transformation der Logistik. Vorzeigeprojekte städtischer Unternehmen zeigen, dass die Anpassung von Logistikprozessen nicht nur möglich, sondern auch praktikabel ist. Diese laufenden Projekte verdeutlichen, wie innovative Logistikansätze die Effizienz steigern können und gleichzeitig zur Reduktion von CO₂-Emissionen beitragen.

Eine Person belädt einen Transporter auf einer begrünten Straße.

© Stadt Wien/Christian Fürthner

Durch zukünftig verstärkte Sichtbarmachung dieser nachhaltigen Logistikprojekte wird auch das Bewusstsein und Verständnis in der Öffentlichkeit gefördert, vor allem dass Logistik kein „Selbstläufer“ ist. Dies verbessert die Zusammenarbeit zwischen Bürger*innen, Unternehmen und der Stadt Wien und motiviert weitere Akteure, sich ebenfalls in Richtung Klimaneutralität zu bewegen. Zusätzlich sollen Kommunikationsmaßnahmen, umgesetzt werden, um erfolgreiche Projekte einem breiten Publikum bekannt zu machen.

Der Masterplan Urbane Logistik fungiert somit als Katalysator für eine nachhaltige Veränderung in der urbanen Logistik, erhöht die Akzeptanz umweltfreundlicher Lösungen und sendet die Botschaft, dass jede*r Einzelne einen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann und muss. Gleichzeitig stärken Unternehmen durch ihre Teilnahme an diesen Projekten nicht nur ihr Image, sondern positionieren sich auch besser im Wettbewerb. Aufbauend auf den aktuellen Bemühungen wird die Stadt Wien in den kommenden Jahren vermehrt neue Pilotprojekte anstoßen und die Transformation der städtischen Logistiklandschaft konsequent vorantreiben.