Gemeinderat,
39. Sitzung vom 24.11.2008, Wörtliches Protokoll - Seite 122 von 130
der ÖVP wieder beruhigt hat, kann ich meine Rede zu
Ende führen. – Nun ist es fast so weit.
Bei der Diskussion zum Umweltbericht im letzten
Landtag wie auch bei der heutigen Budgetdebatte konnten Sie den tatsächlichen
Kernaussagen kommunaler Umweltpolitik wie der einzigartigen Versorgung mit
Hochgebirgsquellwasser, den 50-prozentigen Wohn- und Freiraumanteil
Wiens ... (Zwischenruf von GR Günter
Kenesei.) Sie sollten Valium nehmen, sonst sind Sie bald ein Fall für den
Kardiologen, Herr Kollege! (GR Günter
Kenesei. Ich brauche kein Valium!)
Ich nenne die laufende Pflege des Nationalparks
Donauauen und unseres Anteils am Biosphärenpark Wienerwald, die Pflege der Landschaftsschutzgebiete,
die Weiterentwicklung unserer Parkanlagen mit gender- und generationengerechten
Erneuerungen und Elementen, welche die Parks für alle Wienerinnen und Wiener
attraktiv machen, die Entsorgung im Rahmen der ökologischen Kreislaufwirtschaft
mit den Elementen Vermeiden, Trennen, Recycling und thermische
Restmüllverwertung, die modernste Kläranlage Wiens mit Spitzenwerten bei der
Ausscheidung von Phosphor und Stickstoff, das Biomassekraftwerk und die neue
Biogasanlage zur energetischen Nutzung von Abfällen aus Wiener Großküchen.
Ferner weise ich hin auf den weiteren Ausbau der
Fernwärme- und vor allem auch der Fernkälteversorgung, auf die Fortsetzung der
thermisch-energetischen Wohnhäusersanierung THEWOSAN in allen Teilen dieser
Stadt und in allen Wohnhaustypen und schlussendlich auf die laufenden
Verbesserungen und Ausweitungen beim öffentlichen Verkehr.
All dem konnten Sie keine wirkliche substanzielle
Kritik, geschweige denn echte Verbesserungsvorschläge entgegenhalten! Meine
Damen und Herren! Es wäre sicherlich vermessen zu behaupten, dass der
sozialdemokratische Weg der Umweltpolitik die einzig gangbare Möglichkeit ist.
Aber auch die heutige Debatte hat zumindest bis jetzt bewiesen, dass Sie nicht
in der Lage sind, nach aktuellem Stand des politischen Wissens um modernste
Umwelttechnologie ernsthafte Alternativen anzubieten!
Für die Sozialdemokratische Fraktion ist gerade das
Kapitel Umwelt ein guter Grund, dem Gesamtbudget gerne zuzustimmen. – Ich
danke für Ihre nervöse Aufmerksamkeit. (Beifall
bei der SPÖ. – Zwischenrufe bei ÖVP und GRÜNEN.)
Vorsitzende GRin Inge Zankl: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Herr GR
Mag Maresch gemeldet.
GR Mag Rüdiger Maresch
(Grüner Klub im Rathaus): In zwei
Minuten werde ich das schon schaffen.
Heute war Kollege Hufnagl wirklich einmal feurig! Das
war ein Wahnsinn! Das war eine super Rede, das muss man dazu sagen! Dennoch
möchte ich ein paar kleine Berichtigungen machen.
Erstens einmal ist in Ihrem Umweltbericht, den Sie ja
zitiert haben, von „geringen Mengen umweltfreundlichen Ammoniaks“ die
Rede. – Dazu möchte ich Ihnen nur sagen, was Ammoniak alles kann: Ammoniak
wirkt auf Körperoberflächen ätzend, insbesondere auf feuchte Haut;
Schleimhäute, Lungen und Augen werden verätzt. Geschluckt ruft Ammoniak
blutiges Erbrechen mit heftigen Schmerzen und eingeatmet Lungenschäden mit
unter Umständen tödlichem Ausgang hervor. – Ammoniak ist mit einem Wort
wahrlich alles andere als umweltfreundlich!
Zweitens habe ich zur Masterplan-Evaluierung gesagt:
Es ist gut, dass endlich einmal zugegeben wird, dass Fehler gemacht wurden.
Leider horcht mir der Kollege jetzt nicht zu! Wir haben trotzdem abgelehnt. Wir
haben nämlich von der Evaluierung und Sie haben von der Masterplan-Verlängerung
geredet. Das sind zwei verschiedene Sachen!
Jetzt ist der Kollege noch immer im Geplänkel mit der
ÖVP. Eigentlich wollte ich ihm vorlesen, was die Umweltkommissarin Margot
Wallström 2004 gesagt hat: „Es wird keine Verzögerung geben, sondern die
Richtlinie über die Strategische Umweltprüfung ist ein wichtiger Schritt in
Richtung nachhaltige Entwicklung und verstärkte Demokratie. Die europäischen
Bürger sollten ermutigt werden, sich stärker an den Diskussionen und
Entscheidungen zu beteiligen, die für ihr Wohlergehen und die Zukunft der
Umwelt, in der sie leben, von größter Bedeutung sind.“
Da geht es in Wirklichkeit nicht darum, irgendetwas
aufzuhalten, sondern es geht um mehr Demokratie, Herr Kollege! – Er hört
aber leider, wie immer, eh nicht zu. – Danke schön. (Beifall bei den
GRÜNEN.)
Vorsitzende GRin Inge Zankl: Als
Nächste am Wort ist Frau GRin Smolik. – Bitte.
GRin Claudia Smolik (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte
Frau Vorsitzende! Meine Damen und Herren!
Auch wenn Kollege Hufnagl jetzt noch im Gespräch vertieft
ist, sage ich: Seine Rede war sehr interessant! Ich habe mich die ganze Zeit
gefragt: Was wird das jetzt? – Am Anfang war es ein geschichtlicher
Exkurs, dann kam eine Belangsendung der SPÖ mit einer kurz zwischengeschalteten
Werbeeinschaltung. Dann folgte ein sehr interessanter Exkurs in die
Wirtschaftsphilosophie, und schließlich gab es noch ein Quiz. Aber leider
durften wir nicht mitraten! Vielleicht kann man das nächste Mal ein Quiz
veranstalten, wo wir auch mitraten dürfen! (GR Heinz Hufnagl: Aber meine
Fraktion ausklammern!) Gut, aber vielleicht dürfen die anderen mitraten!
Dann gab es wieder eine sehr rasche Abfolge von Wörtern und Schlagworten, wobei
es nicht ganz einfach war, dem zu folgen. Wir haben schon gerätselt ob es eine
Wette bei der SPÖ gibt, ob man in einer viertel Stunde eine Million Wörter in
einer Rede unterbringen kann. Herr Kollege Hufnagl! Ich weiß nicht, ob das
gelungen ist, es war aber jedenfalls sehr schwierig, Ihrer Rede zu folgen
beziehungsweise zu durchschauen, was eigentlich der Succus dessen war. Aber wir
nehmen einmal an, dass im Zentrum die Belangsendung und die Werbeeinschaltung
der SPÖ standen!
Ich möchte zu vier Themen kommen,
und zuerst komme ich auf das Thema Hundekot zu sprechen: Von Kollegen Parzer
wurden die „Waste Watcher“ schon
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular