1.4 Standorte der 48er
Die Zentrale der 48er

Die Zentrale der 48er befindet sich im 5. Wiener Gemeindebezirk. Das markante Hauptgebäude, bekannt für seine umweltfreundliche Grünfassade, beherbergt insbesondere das leitende Personal der 48er sowie strategisch wichtige Stabsstellen und den Funkraum. Auf dem Gelände der Zentrale befinden sich auch das Zentrale Fundservice, Räumlichkeiten für Straßenreinigung, Fuhrpark und Müllsammlung sowie die Leitung der WasteWatcher und der 48er-Tandler Margareten. Darüber hinaus verfügt der Standort über eine Waschstraße, eine kleine Werkstatt und eine Tankstelle.
Altwarenlogistik & 48er-Tandler

ReUse ist ein wichtiger Beitrag zur Verlängerung der Lebensdauer von Produkten. Die 48er nimmt daher bereits seit Jahrzehnten funktionstüchtige Altwaren auf den Mistplätzen entgegen. Zusätzlich gehen Gegenstände aus Kellerräumungen bei Wiener Wohnen, der Sperrmüllabfuhr, aus Skartierungen der Stadt Wien (u. a. Büromöbel, IT-Geräte), dem Fundservice, der Abschleppgruppe (v. a. Fahrräder), einigen öffentlichen Alttextilienbehältern und Direkt-Abgaben in den beiden Tandler-Filialen zur Weiterverwendung in das Eigentum der 48er über. Die Vorbereitung zur Wiederverwendung (Sichtprüfung, Sortierung) findet –abgesehen von Elektrogeräten und Fahrrädern – in der Altwarenlogistik am Standort Rinter statt. Elektrogeräte werden von einem externen Partner (D.R.Z.) überprüft, Fahrräder werden auf der Deponie Rautenweg verkaufsfähig repariert bzw. serviciert.
Neben des bereits seit 2015 bestehenden 48er-Tandlers in Margareten wurde Mitte 2022 eine weitere Filiale am Standort Rinter im 22. Bezirk eröffnet. Als Ergänzung zum Verkauf in den beiden Filialen werden Altwaren auch bei den sogenannten „48er-Tandler-Outlets“- am Mistfest, Adventmarkt Hirschstetten bzw. Gipfeltreffen auf der Deponie Rautenweg erfolgreich zum Kauf angeboten.
In beiden Filialen finden regelmäßig Veranstaltungen wie Repair-Cafés, Lesungen, Ausstellungen, Ferienspiel etc. statt, um einerseits das Bewusstsein für Abfallvermeidung zu stärken und andererseits die Bekanntheit des 48er-Tandlers zu steigern.
2023 wurden die beiden Filialen von rund 220.000 Personen besucht, wobei 230.000 Gegenstände verkauft wurden. Pro Jahr werden rund 350 Tonnen an Gegenständen verkauft oder an karitative Organisationen übergeben.
Standort Rinter

Am Standort Rinter befindet sich eine der größten Abfallbehandlungsanlagen Österreichs. Gewerbe-, Industrie- und Sperrmüll kann hier abgegeben werden. Jährlich werden hier mehr als 280.000 Tonnen Abfall sortiert, aufbereitet oder zwischengelagert. Auf dem Areal befinden sich neben Büroräumlichkeiten insbesondere Behandlungsanlagen für Elektro-/Elektronikaltgeräte und Verbrennungsrückstände, ein Labor, die Zentrale Problemstoffsammelstelle samt Zwischenlager, das Logistik- und Lagerzentrum für Abfälle inklusive Bahnanschluss, Brückenwaagen, das Behälterlogistikzentrum, ein Winterdienstlagerplatz sowie ein Mistplatz für die Wiener Bevölkerung.
Problemstoffsammelstellen

Die Sammlung von Problemstoffen erfolgt in Wien auf 19 stationären und 93 mobilen Sammelstellen. Stationäre Sammelstellen befinden sich auf allen Mistplätzen. Diese sind von Montag bis Samstag von 7 bis 18 Uhr geöffnet. Zusätzlich werden mobile Problemstoffsammlungen angeboten. Mit einem Sammelfahrzeug werden hierbei die mobilen Sammelstellen einmal pro Quartal angefahren. Das Sammelsystem für Problemstoffe wird neben der mobilen Sammlung und der Abgabemöglichkeit auf den Wiener Mistplätzen durch fünf stationäre Sammelstellen auf Märkten ergänzt. Details finden sich auch unter abfall.wien.gv.at und in der 48er-App.
Deponie Rautenweg

Die Deponie Rautenweg ist Wiens einzige kommunale Deponie (Reststoffdeponie) und ein wichtiger Teil der Entsorgungskette der Wiener Abfallwirtschaft. Hier werden die aufbereiteten Verbrennungsrückstände aus den Wiener Müllverbrennungsanlagen sicher abgelagert. Die Deponie Rautenweg leistet aber auch einen nennenswerten Beitrag zur Biodiversität. Neben den schon bekannten Pinzgauer Ziegen und einigen Hühnern und Schafen, haben hier viele weitere Tier- (Vögel, Insekten, …) und Pflanzenarten ihre neue Heimat gefunden. In einem eigenen Schulungsgebäude (House of Mist) können sich Jugendliche und Junggebliebene in Escape Rooms mit den Themen der Abfallwirtschaft auseinandersetzen.
Biogasanlage

In der Biogasanlage der 48er wird durch ein Fermentationsverfahren aus biogenen Abfällen Biogas erzeugt. Dazu werden biogene Abfälle (Speisereste, Inhalte der innerstädtischen Biotonne, etc.) mechanisch bzw. nassmechanisch aufbereitet und anschließend einer Vergärung zugeführt. Dabei entsteht durch einen mikrobiologischen Abbau der organischen Substanzen und unter Ausschluss von Sauerstoff das Biogas. Durch ein spezielles Biogasaufbereitungsverfahren, dem sogenannten Membranverfahren, wird nachgeschaltet das produzierte Biogas derart gereinigt, dass nicht-fossiles Biomethan in das Gasnetz der Wiener Netze eingespeist werden kann. Durch dieses Verfahren können rund 900 Wiener Haushalte mit Biomethan versorgt werden. Biomethan ist ein erneuerbarer Energieträger, der fossiles Erdgas vollwertig ersetzt. Bei der Vergärung entsteht durch einen mikrobiologischen Abbau der organischen Substanz und unter Ausschluss von Sauerstoff das Biogas für die Biomethanaufbereitung.
Abfalllogistikzentrum

Das Abfalllogistikzentrum ist ein wichtiger Baustein für die Sicherstellung der Abfallentsorgung in Wien. Bei einem Wegfall von Verbrennungskapazitäten auf der thermischen Verwertungsebene wird durch die kurzfristige Zwischenlagerung von angeliefertem Material im Tiefbunker und die Produktion von folienumwickelten Pressballen aus aufbereitetem Restmüll inklusive deren Lagerung auf dem Areal des Ballenlagerplatzes die Abfallentsorgung sichergestellt. Weiters bietet der Standort die Funktion der Abfallaufbereitung und der Belieferung des Wirbelschichtofens 4 (WSO4) mit brennbaren Mischabfällen.
Neben dem ebenfalls hier stationierten Referat „Entrümpelung und Sperrmüll“ und dem hausinternen Schulungscenter befindet sich auch einer der Wiener Mistplätze neben dem Areal des Abfalllogistikzentrums.
Standorte der Straßenreinigung
Es gibt wienweit derzeit 98 Standorte der 48er, die für die Tätigkeiten der Straßenreinigung, die winterliche Betreuung der Straßen und den Betrieb der Mistplätze genutzt werden.
Diese dienen unter anderem als Unterkünfte für Mitarbeiter*innen, Lagerungsmöglichkeiten für Werkzeug und Material, Winterdienst-Lagerplätze sowie als öffentliche Altstoff- und Problemstoffzentren. Die Standorte sind flächendeckend über das gesamte Wiener Stadtgebiet verteilt. Diese Strategie ermöglicht es, große Teile der Arbeitswege der Straßenreinigung effizient und umweltfreundlich zu Fuß zu absolvieren. Außerdem werden die Anfahrtszeiten zu Lagern und Winterdienst-Lagerplätzen minimiert, was zur Effizienz der Arbeitsprozesse beiträgt.
Mistplätze

Die 13 Mistplätze sind über das gesamte Stadtgebiet verteilt und zur kostenlosen Abgabe von z. B. Sperrmüll, Altstoffen, Elektroaltgeräten, Problemstoffen, etc. gedacht. Weiters befindet sich auf jedem Standort eine Annahmestelle für gebrauchsfähige Altwaren, welche auf diesem Weg einer weiteren Nutzung zugeführt werden können. Zusätzlich angebotene Verkaufsartikel, wie z. B. Blumenerde, Regentonnen und Geschenksäcke runden das Angebot ab. An 6 Tagen in der Woche sind die Mistplätze ganztägig für Kund*innen geöffnet. Es gibt also in Wien schon lange keine Ausreden mehr, seine Abfälle nicht ordnungsgemäß zu entsorgen. Außerdem wird das Angebot ständig weiterentwickelt und laufend auf dem aktuellen Stand der Abfallwirtschaft gehalten. So wurden in den vergangenen Jahren mehrere neue Altstofffraktionen eingeführt, wodurch der Anteil der recycelten Materialien erhöht werden konnte und somit wertvolle Rohstoffe eingespart werden konnten. Weiters wurden in der jüngeren Vergangenheit bereits zahlreiche Standorte modernisiert, um die Mistplätze für die Kund*innen komfortabler zu gestalten und die Sicherheit für Mitarbeiter*innen und Besucher*innen zu erhöhen. Dieser laufende Prozess ist noch nicht abgeschlossen und wird in den kommenden Jahren noch viele weitere Verbesserungen auf den Wiener Mistplätzen mit sich bringen.
Abschleppgruppe

Die Abschleppgruppe kümmert sich um falsch geparkte Fahrzeuge vor Haus- oder Grundstückseinfahrten, vor Feuerwehrzufahrten, in Ladezonen oder auf Behindertenparkplätzen, kennzeichenlose Fahrzeuge oder scheinbar schon lange abgestellte und unbenutzte PKW oder Fahrräder. Sie sorgt in Wien aufgrund ihres gesetzlichen Auftrages in Zusammenarbeit mit der MA 67 Parkraumüberwachung dafür, dass frei bleibt, was frei bleiben soll und es zu keinen Verkehrsbehinderungen kommt. Die für die Fahrzeugentfernungen erforderlichen Anzeigen gemäß § 89a StVO 1960 werden hauptsächlich von den Organen der MA 67 und zum geringeren Anteil von Mitarbeiter*innen der MA 48 Abschleppgruppe erstattet. Was zu entfernen war, wird in der KFZ-Verwahrstelle Simmering (Zentrale der Abschleppgruppe) verwahrt und nach Bezahlung der Kosten wieder ausgefolgt. Brauchbare Kraftfahrzeuge, die nicht mehr abgeholt wurden und ins Eigentum der Stadt Wien übergegangen sind, werden über das Dorotheum Wien verkauft. Fahrbereite und schöne Fahrräder werden vom 48er-Tandler für wohltätige Zwecke verkauft. Nicht mehr brauchbare Fahrzeuge werden dem Recycling zugeführt.
2023 wurden 377 Fahrzeuge dem Recycling zugeführt, 141 Fahrzeuge wurden über das Dorotheum versteigert. Durch das Recycling und die öffentlichen Versteigerungen konnten rund 230.000 Euro eingenommen werden.
Zentrales Fundservice

Das Zentrale Fundservice ist seit 2003 die maßgebende Anlaufstelle für Verlorenes und Gefundenes in Wien. Seit 2014 ist das Zentrale Fundservice der Stadt Wien bei der 48er angesiedelt. Anfang 2018 wurde das Fundservice der Wiener Linien ebenfalls bei der 48er integriert.
Für die Abgabe von Kleinfunden und Alltagsgegenständen stehen den Bürger*innen in Wien rund 100 Fundboxen zur Verfügung, um rund um die Uhr gefundene Gegenstände abgeben zu können. Zusätzlich stehen die Magistratischen Bezirksämter, die Stadtinformation im Rathaus, die Mistplätze und natürlich das Zentrale Fundservice der Stadt Wien im 5. Bezirk als Servicestelle mit freundlichen Ansprechpartner*innen zur Verfügung. Alle Standorte und Fundboxen sind im Online Stadtplan der Stadt Wien auffindbar.
Die enge Zusammenarbeit mit Wiener Linien, Polizei, ÖBB und anderen Organisationen sowie der Einsatz einer österreichweit eingesetzten Fundamtssoftware, in welcher die Fundgegenstände digital verwaltet werden, gewährleistet eine geordnete Übernahme, Lagerung, Verwaltung und Ausfolgung der Fundgegenstände.
Im vergangenen Jahr wurden knapp 120.000 Fundgegenstände in der Zentrale im 5. Bezirk gezählt. Nicht mehr abgeholte Funde werden im Wege des 48er-Tandlers wiederverwertet und zum Verkauf angeboten oder an karitative Einrichtungen gespendet.
Unterkünfte der Müll- und Altstoffsammlung

Für Personal der Müll- und Altstoffsammlung gibt es über das Wiener Stadtgebiet verteilt 21 Unterkünfte. Diese bieten dem Personal die erforderliche Infrastruktur für Umkleide, Körperpflege und witterungsgeschützten Raum für Arbeitspausen. Laufende Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen sollen sicherstellen, dass dem Personal modern ausgestattete Unterkünfte zur Verfügung stehen und dennoch Umweltauswirkungen reduziert werden können.
Aufgrund des nicht mehr zeitgemäßen Zustandes der alten Containerunterkünfte war am Standort Jedletzberger Straße ein Neubau nötig. Erstmals kommt in einem öffentlichen Gebäude der Stadt Wien Recyclingbeton (1.500 m³) zum Einsatz. Eine Grünfassade, Photovoltaik, ökologische Warmwasserversorgung und E-Ladestationen runden den bauphysikalisch und haustechnisch durchdachten Bau ab.
Um Synergieeffekte nutzen zu können, werden einige Unterkünfte (wie z. B. Eva-Zilcher-Gasse, Mühlwasserstraße, Johannesgasse, Percostraße, Lobau) mit der Straßenreinigung, dem Fuhrpark, dem Kompostwerk und dem Technik Center gemeinsam genützt. Alle Unterkünfte sind örtlich so positioniert, dass das Streckenpersonal zeitnah bei den jeweiligen Sammelstrecken eingesetzt werden kann. Durch die an die Sammellogistik gut angepasste Positionierung der Standorte können Treibstoff von Sammelfahrzeugen eingespart und dadurch Emissionen reduziert werden.
Technik Center
Werkstätten

Das Technik Center der 48er zeichnet sich durch seine besondere Vielseitigkeit aus. In den Werkstätten werden Service- und Reparaturarbeiten an Spezialfahrzeugen wie Müllautos, Kehrmaschinen, Radladern und anderen Kraftfahrzeugen durchgeführt. Ebenfalls zählen Eigenentwicklungen, Spezialkonstruktionen und Adaptierungen von Standardausrüstungen zum Portfolio des Technik Centers. In der dienststelleneigenen Prüfstraße erfolgen jährlich rund 3.300 technische Überprüfungen an magistratsinternen Fahrzeugen. So wird sichergestellt, dass alle Fahrzeuge den strengen gesetzlichen Vorgaben gemäß § 57a, § 24 und § 24a Kraftfahrzeuggesetz (KFG) entsprechen. Auch eine Lehrwerkstätte wird vom Technik Center betrieben. Dort werden in bis zu 4-jähriger Lehrzeit Kfz-Techniker*innen und Karosseriebau-Techniker*innen ausgebildet. Aufgrund der immensen Typenvielfalt der verwendeten Fahrzeuge sind die ausgelernten KFZ-Techniker*innen und Karosseriebau-Techniker*innen sowohl am Nutzfahrzeug- als auch am Pkw-Sektor bestens geschult und genießen branchenweit einen ausgezeichneten Ruf.
Beschaffung
Der Beschaffungsbereich des Technik Centers leitet und koordiniert die Materialwirtschaft, den technischen Einkauf sowie weitere Dienstleistungen (Typisierung, Versicherung und Skartierung).
Die Materialwirtschaft ist für die Beschaffung und Lagerhaltung von Betriebsmitteln, Hilfsstoffen sowie Reparatur- und Verschleißteilen für die gesamte 48er zuständig.
Der Technische Einkauf der 48er ist für über 6.000 Fahrzeuge, Spezialmaschinen und Geräte des Magistrats der Stadt Wien zuständig. Die gesamte Betreuung der Fahrzeuge und Geräte, welche die Beschaffung, die Typisierung, die Anmeldung bis hin zum Ausscheiden aus dem Fahrzeugstand beinhaltet, wird durch den Bereich abgedeckt. Ein wesentliches Ziel ist der ökologische Einkauf, um ein positives Signal für die Umwelt zu setzen.
Behälterlogistikzentren

Die Wiener Bevölkerung jederzeit mit funktionierenden Abfallsammelbehältern in der richtigen Größe zu versorgen, ist die Hauptaufgabe des Behälterlogistikzentrums. Auf den Standorten werden diese gelagert, gereinigt, gewartet und repariert. Damit die Transportwege für die Auslieferung und den Tausch dieser Sammelbehälter möglichst kurzgehalten werden, verfügt die 48er über zwei Lager- und Umschlagplätze – Nord und Süd. Das Kurzhalten der Transportdistanzen ist wichtig, wenn man bedenkt, dass jährlich über 30.000 Behälter transportiert werden.
Bau- und Grundstücksangelegenheiten
Diese Abteilung ist im neu errichteten Standort Rinter - 1220 Wien, Percostraße 2 untergebracht. Zu den Hauptaufgaben zählen sowohl die Verwaltung der abteilungseigenen Grundflächen, die Errichtung, Betriebsführung, Verwaltung und Erhaltung von abteilungseigenen Gebäuden und Betriebseinrichtungen sowie die Führung, Errichtung, Betriebsführung und Erhaltung von öffentlichen stationären Bedürfnisanstalten, welche sich in der Verwaltungszuständigkeit der 48er befinden.
Fuhrpark

Die Stadt Wien setzt auf Nachhaltigkeit. Die Fahrzeuge sollen in den nächsten Jahren auf alternative Antriebe umgestellt werden. Das betrifft auch Müllsammelfahrzeuge. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben verursachen keine Abgase und weniger Lärm. Die benötigte Energie kommt zudem aus erneuerbaren Energie-Quellen. Aber schwere Nutzfahrzeuge stellen dabei eine besondere Herausforderung dar. Daher werden von der 48er sowohl Elektro- als auch Wasserstoff-Müllsammelfahrzeuge eingesetzt und getestet. Dadurch soll sich zeigen, welche alternative Antriebsart sich am besten eignet. Bei künftigen Anschaffungen kann dann auf Erfahrungswerte aus der Praxis zurückgegriffen werden. Aktuell sind zwei Elektro-Müllsammelfahrzeuge (seit 2019 bzw. 2021) sowie ein Wasserstoff-Müllsammelfahrzeug (seit 2023) in Betrieb.
Der Fuhrpark unterstützt die Betriebsbereiche der 48er durch die Bereitstellung von qualifizierten Lenker*innen und produktspezifisch ausgerüsteten Fahrzeugen. Die Mitarbeiter*innen organisieren und koordinieren sämtliche Fuhrwerksleistungen innerhalb der 48er, aber auch für Privatleute in Zusammenarbeit mit dem Referat „48er-Service“. Müllsammelfahrzeuge, Kehrmaschinen, Sattelzugfahrzeuge, Hakenliftfahrzeuge und diverse Spezialfahrzeuge stehen in den 2 Großgaragen und 7 Dependancen zur Verfügung. Unter anderem ist der Fuhrpark auch für die Ausstattung sämtlicher Neufahrzeuge und Geräte in der 48er zuständig. Bei der Fahrzeug- und Gerätebeschaffung wird ein großer Wert auf ökologische, zeitgemäße, aber auch zukunftsorientierte Produkte gelegt.
Der Muldendienst des Fuhrparks disponiert effizient und ökonomisch die Bereitstellung und Entleerung der 48er-Abrollcontainer und Müllpressen (Muldengeschäft). Auch für andere Magistratsabteilungen und private Kund*innen werden Mulden angeboten. Durchgeführt werden die Muldentransporte von den Fahrzeugen des eigenen 48er-Fuhrparks mit Unterstützung von privaten Fuhrwerkern.
Altlasten der 48er
Altlasten sind Verunreinigungen des Untergrundes oder Abfallablagerungen, die vor Inkrafttreten des Altlastensanierungsgesetzes (1. Juli 1989) entstanden sind und von denen erhebliche Gefahren für die Gesundheit des Menschen oder die Umwelt ausgehen.
Sie sind durch den Betrieb von Anlagen, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen gearbeitet wurde (Altstandorte), und durch die Entsorgung von Abfällen (Altablagerungen) entstanden und werden durch das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) aufgrund der AltlastenVO als solche ausgewiesen.
Die 48er verwaltet insgesamt 16 Altlasten. Diese befinden sich in Wien (9) sowie auch in Niederösterreich (7). In Wien sind bereits alle 9 Altablagerungen der 48er gesichert bzw. saniert. Im Umland von Wien gibt es derzeit noch 5 ungesicherte Altlasten der 48er.
Kompostwerk Lobau

Im Kompostwerk im 22. Wiener Gemeindebezirk wird Kompost der Güteklasse A+ aufbereitet. Die biogenen Abfälle von den Mistplätzen, aus Gärten, den Biotonnen sowie aus landwirtschaftlichen Betrieben werden nach einer entsprechenden Aufbereitung ins Kompostwerk Lobau geliefert und im Laufe von 8 bis 10 Wochen zu nährstoffreichem Kompost. Die Kompostierung erfolgt in Zeilenmieten auf einer versiegelten Grundfläche. Jährlich werden aus den biogenen Abfällen etwa 40.000 Tonnen Kompost hergestellt. Die mit dem Kompost bereits fertig abgemischte Erde „Guter Grund“ ist torffrei und mit dem Österreichischen Umweltzeichen ausgezeichnet. Neben dem Betriebsgebäude verfügt das Kompostwerk über eine Reparaturwerkstätte und eine Brückenwaage.