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2.3 Rosa Mayreder

2. Pionierinnen vor 1860 geboren

geb. Obermayer, 1858 – 1938

Man wird erst wissen, was die Frauen sind, wenn ihnen nicht mehr vorgeschrieben wird, was sie sein sollen.

Rosa Mayreder war eine bedeutende Frauenrechtlerin, Schriftstellerin, Kulturphilosophin und Malerin. Bekannt wurde sie durch ihr Schaffen als Künstlerin und später als Aktivistin für Mädchen und Frauen. Mit ihren Essays, Aufsätzen und Zeitungsartikeln war sie eine der wichtigsten Theoretikerinnen der Ersten Frauenbewegung.

(c) ÖNB/Bildarchiv Pf 7966C1

© ÖNB/Bildarchiv Pf 7966C1

Rosa Mayreder; Copyright: ÖNB/Bildarchiv Pf 7966B1

© ÖNB/Bildarchiv Pf 7966B1

Rosa Obermayer besuchte private Mädcheninstitute und erhielt Privatunterricht in Französisch, Klavier und Malerei. Ihr Vater, der Gastwirt Franz Obermayer, erlaubte ihr auch an den Griechisch- und Lateinstunden ihrer Brüder teilzunehmen.

1881 heiratete sie den Architekten Karl Mayreder, die Ehe blieb kinderlos.

Mayreder erlangte zuerst Bekanntheit als erfolgreiche Malerin von Landschaften und Stillleben. Ihre Aquarelle wurden 1891 erstmals im Künstlerhaus Wien ausgestellt und später auch im Ausland. Sie wurde als erste Frau in den Aquarellistenclub aufgenommen. 1897 gründete sie gemeinsam mit anderen Maler*innen die Kunstschule für Frauen und Mädchen (später: Wiener Frauenakademie).

Mayreders Anliegen war schon seit Jugendjahren, die Rolle der Frau mithilfe von philosophischen und sozialwissenschaftlichen Schriften zu hinterfragen. Sie trat gegen Diskriminierung von Frauen auf, kritisierte dabei deren Degradierung zu Sexualobjekten und forderte eine Veränderung der Machtverhältnisse. Ihre Texte waren von großer Bedeutung für die erste Frauenbewegung.

Sie gehörte zu den Mitbegründerinnen des Allgemeinen Österreichischen Frauenvereins, dessen Vizepräsidentin sie von 1893 bis 1903 war. Gemeinsam mit Auguste Fickert und Marie Lang gab sie ab 1899 die Zeitschrift Dokumente der Frauen heraus. Während des Ersten Weltkriegs begann sie sich in der internationalen Frauenfriedensbewegung zu engagieren. 1919 wurde Rosa Mayreder Vorsitzende der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.

Rosa Mayreder starb am 19. Jänner 1938 im 80. Lebensjahr in Wien und ist am Zentralfriedhof in erster Reihe begraben. Der Teilnachlass von Rosa Mayreder befindet sich in der Wienbibliothek im Rathaus.

Publikationen (Auswahl)

Mayreder, Rosa: Das Haus in der Landskrongasse. Hg. Käthe Braun-Prager. Wien: Mensa 1948

Mayreder, Rosa: Der letzte Gott. Stuttgart / Berlin: Cotta 1933

Mayreder, Rosa: Mensch und Menschlichkeit. Wien [u.a.]: Braumüller 1928

Mayreder, Rosa: Geschlecht und Kultur. Essays. Jena: Diederichs 1923

Mayreder, Rosa: Die Frau und der Internationalismus. Wien / Leipzig / Bern: Frisch 1921

Mayreder, Rosa: Zur Kritik der Weiblichkeit. Essays. Jena: Diederichs 1905

Auszeichnungen (Auswahl)

1928 Bürgerin der Stadt Wien / Bürgerin ehrenhalber der Stadt Wien

1997 Porträt auf der 500-Schilling-Banknote abgebildet

1999 Gründung Rosa Mayreder College

Quellen:

fraueninbewegung.onb.ac.at/node/1579

geschichtewiki.wien.gv.at/Rosa_Mayreder