2.2 Ökosysteme, Natur- und Erholungsräume
Die Förderung von Ökosystemen, Natur- und Erholungsräumen ist in verschiedenen Strategiedokumenten wie der Wiener Wald- und Wiesen-Charta (2020), der Smart Klima City Strategie Wien (2022) und der Wiener Strategie zur Pestizidminimierung (2022) verankert.
Auf den Wiener Waldflächen überwacht die MA 49 – Klima, Forst- und Landwirtschaftsbetrieb seit den 1990er Jahren die Zusammensetzung der Wiener Waldbestände, um langfristige Trends zu erkennen und die Waldpflege anzupassen. So etwa wird bei Aufforstungen auf heimische, standortgerechte und klimafitte Baum- und Gehölzarten geachtet, um die Wälder resilienter zu machen. Statt großflächiger Eingriffe werden seit den 2000er Jahren kleinflächige Pflegemaßnahmen angewandt. Ein Waldleitfaden gibt Empfehlungen für ein umweltverträgliches Waldmanagement im Einklang mit dem Wiener Naturschutzgesetz. Auch bei Baumpflanzungen im dicht bebauten urbanen Raum wird auf Hitzeresistenz geachtet. Durch die MA 42 – Wiener Stadtgärten erfolgen spezifische Baumarten-Auswahlverfahren. Für mehr Stadtnatur auf kleinem Raum sind 10 „Wiener Wäldchen“ entstanden. Neuaufforstung wird partizipativ gestaltet: Jedes Jahr können sich Wiener*innen aktiv an der Aufforstungsaktion „Wald der jungen Wiener*innen" beteiligen.
Landwirtschaftliche Flächen im Eigentum der Stadt werden zu 100 % biologisch bewirtschaftet. Bei privaten Flächen wird Nachhaltigkeit durch Förderungen, Pachtverträge oder das Bio-Aktionsprogramm 2022+ angestrebt und unterstützt.
Die MA 45 – Wiener Gewässer führt umfassende Renaturierungsprojekte durch. Im Fokus stehen aktuell der Wienfluss und der Liesingbach, an dem die erfolgreiche Renaturierung etappenweise fortgesetzt wird. Herausforderungen sind dabei lange Planungszeiten und die Vereinbarkeit von Hochwasserschutz und ökologischem Nutzen.
Wien wird grüner: Von 2020 bis 2024 wurden durch die Stadt Wien rund 511.390 m2 neue und umgestaltete Park- und Grünanlagen für Mensch und Natur geschaffen, 22.693 Bäume gepflanzt und 90.646 m2 Flächen entsiegelt. All diese Maßnahmen, sowie die Vernetzung und Sicherung von Grünräumen sind zentral für die Klimaresilienz Wiens, aber auch für die Aufrechterhaltung und Stärkung der Ökosysteme im Sinne der Biodiversität. Gleichzeitig werden Indikatoren zur Abschätzung der Überlastung von Naturräumen entwickelt und Studien für die Anpassung von Schutzgebietsverordnungen durchgeführt.

Highlights:
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14,9 % der Wiener Waldfläche ohne forstliche Eingriffe
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Pferde und Schafe für Wien im Einsatz – schonende Wald- und Wiesenbewirtschaftung
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38,4 % der landwirtschaftlichen Fläche Wiens biologisch bewirtschaftet, auf stadteigenen Ackerflächen sind es 100 %
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Renaturierungsprojekte beim Wienfluss und Liesingbach – unter Berücksichtigung klimatischer Verhältnisse vor Ort
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22.693 Bäume durch die Wiener Stadtgärten gepflanzt, 6.541 davon an neuen Standorten
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511.390 m2 neu und (naturnah) umgestaltete Park- und Grünanlagen durch die Wiener Stadtgärten (19 neue Parks, 149 Parks klimafreundlich gestaltet)
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Baustart für den „Park der Artenvielfalt“ in der Donaustadt – 11 Hektar Erholungsflächen und Lebensräume für Pflanzen und Tiere
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Ehemaliger Verschiebebahnhof Breitenlee wird renaturiert und zu einem Europaschutzgebiet (Natura 2000) und Naturkorridor zwischen Bisamberg und Lobau
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10 „Wiener Wäldchen“
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„Wald der jungen Wiener*innen“: Mit Spiel und Spaß jährlich 10.000 neue heimische Bäume und Sträucher für Wien