Einleitung

Klimakrise in Wien – Kennwerte zeigen die Veränderungen

Das Klima wird wärmer und extremer. Seit den 1970er Jahren sind die Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in Wien um knapp drei Grad Celsius gestiegen. Alle zehn wärmsten Jahre seit Beginn der Messgeschichte traten nach 2000 ein.1

2023 war seit Beginn der Aufzeichnungen vor fast zweieinhalb Jahrhunderten das wärmste Jahr in Wien. Kein Herbst war bislang so warm. Von Juni bis September gab es vier Hitzewellen, zwei davon haben bis zu 18 Tage lang angedauert. 2024 bestätigte einmal mehr den Trend zu einem immer wärmeren Klima. Die Menschen in Wien erlebten den heißesten je gemessenen Sommer mit 45 Hitzetagen.

Entwicklung der Jahresmittelwerte der Lufttemperatur in Wien
Zeitreihendiagramm, mit den Jahren 1780-2022 auf der x-Achse und den Jahresmittelwerten der Lufttemperatur zwischen 7 und 12 °C, die im Diagramm in Form einer schwarzen Linie über die Jahre verlaufen, auf der y-Achse. Zusätzlich ist der Mittelwert der Jahre 1961-1990 als schwarze gerade Linie über die gesamte Zeitachse eingezeichnet und die Abweichungen von diesem Mittelwert für jedes Jahr in Form eines roten Balkens bei einer positiven Abweichung vom Mittelwert oder eines blauen Balkens bei einer negativen Abweichung vom Mittelwert. Es zeigt sich, dass während in den Jahren 1780 bis 1980 oder 1990 vor allem negative Abweichungen vom Mittelwert der Periode 1961-1990 dominieren, es in diesen Jahren also kälter als dieser Durchschnitt war. Ab 1990 dominieren rote Balken, es war also wärmer als der Durchschnitt der Periode 1961-1990. Damit steigt auch die schwarze Linie, die den Jahresmittelwert der Lufttemperatur anzeigt, an. Außerdem werden die roten Balken im Verlauf der Zeitachse ab 1990 immer höher, die Abweichung vom Mittelwert 1961-1990 wird also größer, die Jahresmitteltemperatur steigt.
Abbildung 1: Klimarückblick. Abweichung des Jahresmittelwertes der Lufttemperatur in Grad Celsius vom langjährigen Durchschnitt der Jahre 1961-1990. Die Niveaus der Mittelwerte des Bezugszeitraumes 1961–1990 bzw. 1993–2022 sind als dunkelgraue bzw. hellgraue Linien eingetragen.1

Seit 2005 konnten die absoluten Gesamtemissionen der Stadt Wien um mehr als ein Fünftel (21 %) reduziert werden (Stand: 2023). Im Vergleich zum Vorjahr (2022) zeigt sich 2023 eine Reduktion der Gesamtemissionen von 11,7 %. Die absoluten leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen, wie im Wiener Klimafahrplan definiert, sind zwischen 2005 und 2023 um fast ein Viertel (24 %) und im Vergleich zum Vorjahr 2022 um 8,7 % zurückgegangen.2

Treibhausgasemissionen absolut nach leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen in Wien
Flächendiagramm: Treibhausgasemissionen in Millionen t CO2-Äquivalente für verschiedene Sektoren in den Jahren 2005 bis 2023. Die Absolutwerte sind für die Sektoren Verkehr, F-Gase, Abfallwirtschaft, Landwirtschaft, Gebäude, Industrie ohne Emissionshandel und Energie ohne Emissionshandel dargestellt. Die größten Millionen Tonnen CO2-Äquivalent stoßen die Sektoren Verkehr und Gebäude aus. Am wenigsten Energie ohne Emissionshandel. Aus der Summe der Sektoren lässt sich auch der Gesamtwert der Wiener Treibhausgasemissionen ablesen, der seit 2005 von knapp über 5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent auf rund 4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent gesunken ist. Dabei sind alle Sektoren vor allem seit 2021 gesunken, nur der Sektor Industrie ohne Emissionshandel ist annährend gleichgeblieben.
Abbildung 2: Sektorale, absolute, summierte Darstellung der gesamten Entwicklung der leitzielrelevanten Treibhausgasemissionen in Wien in Mio. t CO-Äquivalent. Entwicklung (absolut) im Zeitraum 2005 bis 2023; eigene Darstellung nach Umweltbundesamt - Bundesländer Luftschadstoffinventur 2024 und Berechnungen der UIV.2


Fußnoten

  1. A. Orlik, A. Rohrböck, P. Müller, A.-M- Tilg. Klimarückblick Wien 2023. Wien: CCCA, 2024. https://ccca.ac.at/fileadmin/00_DokumenteHauptmenue/02_Klimawissen/Klimastatusbericht/KSB_2023/KRB_2023/Klimarueckblick_Wien_2023.pdf.

  2. M. Anderl, M. Gangl, L. Makoschitz, S. Mayer, K. Pazdernik, S. Poupa, W. Schieder, M. Staudner, G. Stranner, M. Wieser, A. Zechmeister. Bundesländer Luftschadstoff-Inventur 1990-2022 Regionalisierung der nationalen Emissionsdaten auf Grundlage von EU-Berichtspflichten (Datenstand 2024). Ergänzungen auf Basis interner Vorarbeiten. Wien: Umweltbundesamt, 2024. https://www.umweltbundesamt.at/studien-reports/publikationsdetail?pub_id=2558&cHash=a55d4e2f16af39406a552a5667b61918.