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Gemeindebau für Rudi Edlinger

Bürgermeister Michael Ludwig und die Stadt Wien würdigen den verdienstvollen Politiker Rudolf Edlinger mit der Benennung des Rudolf-Edlinger-Hofs.

Der Gemeindebau in der Deutschordenstraße 7-25 im 14. Bezirk trägt nun den Namen Rudolf-Edlinger-Hof. Benannt wurde die Wohnhausanlage nach dem langjährigen Politiker und Präsidenten des SK Rapid, Rudolf Edlinger. Die feierliche Benennung erfolgte am 1. April 2025 durch Bürgermeister Michael Ludwig, Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál, Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner und Rapid-Geschäftsführer Sport Markus Katzer.

Rudolf Edlinger war ein überzeugender Politiker und ein leidenschaftlicher Wiener. Ob als Stadtrat, Minister oder Präsident - Rudi Edlinger hat vorgezeigt, wie man große Verantwortung trägt und dabei ein Mensch mit Haltung, Herz und Humor bleibt. In all seinen Aufgaben setzte Rudi Edlinger sich für das Gemeinwohl ein - sei es in der Kommunal- oder Bundespolitik, im Fußball oder in seinem zivilgesellschaftlichen Engagement. Die Benennung dieses Gemeindebaus würdigt ein politisches und menschliches Vorbild, dessen Wirken parteiübergreifend Anerkennung fand. Rudolf Edlinger war Zeit seines Lebens ein wichtiger Impulsgeber für unsere Stadt - sei es in der Finanzpolitik oder im Bereich des Wohnbaus. Mit der Benennung des Rudolf-Edlinger-Hofs würdigt die Stadt Wien nicht nur einen engagierten Politiker, sondern auch einen Menschen mit Überzeugungen und Werten. Sein gesellschaftspolitisches Engagement fand nicht nur in seiner Präsidentschaft im Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands Niederschlag, sondern führte ihn auch an die Spitze eines der großen Wiener Fußballvereine. Die Benennung dieses Wohnbaus ist eine würdige Anerkennung seines vielseitigen Wirkens.

Vom Bezirksparteisekretär zum Finanzminister

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky, Penzings Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner, Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál, Jutta Edlinger, Rapids Vizepräsidentin Edeltraud Hanappi-Egger und Bürgermeister Michael Ludwig
Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky, Penzings Bezirksvorsteherin Michaela Schüchner, Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál, Jutta Edlinger, Rapids Vizepräsidentin Edeltraud Hanappi-Egger und Bürgermeister Michael Ludwig (v.l.n.r.)

Rudolf Edlinger wurde am 20. Februar 1940 in Wien-Döbling geboren. Er erlernte den Beruf des Lithografen, den er bis 1962 ausübte. In Abendkursen absolvierte er die Handelsschule und später einen Hochschullehrgang für Werbung und Verkauf an der damaligen Hochschule für Welthandel. Schon früh engagierte sich Edlinger politisch.

Ab 1964 war Edlinger Bezirksparteisekretär der SPÖ Währing. Nach der Gemeinderatswahl 1969 zog er in den Wiener Landtag und Gemeinderat ein und war mit 29 Jahren das jüngste Mitglied des Gremiums. 1976 folgte er als Landesparteisekretär Heinz Nittel nach. Ab 1981 war er Klubobmann der sozialdemokratischen Gemeinderats-Fraktion, 1986 wurde er Amtsführender Stadtrat für Wohnen und Stadterneuerung. Ab 1994 verantwortete er die Bereiche Finanzen und Wirtschaftspolitik, ab 1996 zusätzlich die Wiener Stadtwerke.

Minister mit Sinn für markige Sprüche und bunte Krawatten

Im Jänner 1997 wechselte Edlinger in die Bundespolitik und war bis Februar 2000 Finanzminister. Aus dieser Zeit stammen einige legendäre Zitate. Bekannt war Finanzminister Edlinger auch für auffällige Krawatten mit besonderen Motiven. Von 1999 bis 2002 war Edlinger Abgeordneter zum Nationalrat.

Vom Minister zum dreifachen Präsidenten: DÖW, Rapid und Pensionistenverband

Nach seinem Ausscheiden aus der Politik war Edlinger von 2001 bis 2013 Präsident des SK Rapid. Während seiner Amtszeit konnte der SK Rapid 2 Meistertitel feiern und war Stammgast im Europacup. Ab 2003 fungierte er zudem als Präsident des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW). In dieser Doppelrolle war er maßgeblich an der historischen Aufarbeitung der Vereinsgeschichte Rapids im Nationalsozialismus beteiligt. Von 2003 bis 2019 war er Vorsitzender des Wiener Pensionistenverbandes. Rudolf Edlinger verstarb am 21. August 2021 im Alter von 81 Jahren in Wien. Er wurde am Wiener Zentralfriedhof bestattet.

Klimaneutrale Pionier-Wohnhausanlage Rudolf-Edlinger-Hof

Die Wohnhausanlage in der Deutschordenstraße wurde zwischen 1953 und 1955 nach Plänen der Architekten Erich Lamprecht, Fritz Purr, Georg Lippert und Ulrike Manhardt errichtet. Sie umfasst 133 Wohnungen auf 12 Stiegen, 4 Waschküchen und 5 Geschäftslokale. 7 locker angeordnete Baukörper mit großzügigen Grünflächen zwischen den Wohnblöcken spiegeln den Trend zur offenen Wohnanlage der 1950er-Jahre wider. 2 große Mosaikwandbilder von Stephan Praschl ("Pfauenpaar") und Hans Staudacher ("Baum mit Tieren") schmücken die Schmalfronten.

In den vergangenen 4 Jahren wurde die Anlage umfassend saniert: Neben der thermischen Sanierung wurden unter anderem Brandschutz-Maßnahmen umgesetzt, Dächer erneuert und barrierefreie Aufzüge installiert. Die neue Wärmedämmung reduziert den Heizwärmebedarf um etwa 75 Prozent. Zudem ist der Rudolf-Edlinger-Hof der erste Gemeindebau Wiens mit vollständig klimaneutraler Energieversorgung durch eine moderne Wärmepumpenanlage.

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